Cäciliafeier und Jahresrückblick 2016

Samstag, 19 November 2016 21:00

Wiedermal ist ein Jahr ins Land gegangen, die Musikkapelle ist ein Jahr älter und so auch ihre Mitglieder.

Wer sich jetzt aber schon gefreut hat, dass die Krachmacher vielleicht endlich den Geist aufgeben werden, den muss ich leider enttäuschen, denn trotz ihrer alten Knochen, sind die Musikanten noch frisch und voller Tatendrang. Dementsprechend voll war auch ihr Terminkalender im vergangenen Jahr.

An erster Stelle in diesem Kalender steht natürlich die Musik. Der wichtigste Termin ist deshalb das Frühlingskonzert im März, das zweimal fett unterstrichen im Kalender eines jeden Musikanten steht. Für das Frühlingskonzert beginnen die Proben bereits im Vorjahr, zweimal die Woche wird geprobt und mindestens einmal ein Wochenende zum Proben eingeschoben. Trotz all dieser Vorbereitung, sind nicht alle Musikanten so fleißig, wie sie sein könnten und vor jedem Konzert wird die Frisur von Kapellmeister Giovanni ein bisschen wilder, so oft muss er sich die Haare raufen, bei den schiefen Tönen, die seine Schäfchen noch wenige Proben vor dem Konzert produzieren. 

Aber auch sonst fanden die Musikanten genug Gelegenheiten, ihr Können unter Beweis zu stellen und die Neumarktner mit ihrem mehr oder weniger harmonischen Spiel zu erfreuen. Sei es, dass sie bei Hochämtern schon in aller Frühe und in voller Lautstärke spielend durchs Dorf marschierten, um auch die Nicht-Kirchgänger aus ihren Träumen zu wecken, oder dass sie bei anderen Gelegenheiten im Dorf spielten und marschierten. Sogar in so weit entfernte Viertel wie die Vill traute man sich, so zum Beispiel zum alljährlichen Peter und Pauli Konzert, zur Marienprozession oder zur Cäcilia-Messe. 

Auch nicht-Neumarktner wollte man mit dem Können der Musikanten beindrucken. Deshalb war die Musikkapelle im ganzen Land unterwegs und spielte von Kortsch bis Laag Konzerte, wobei der Weg hin für einige Musikanten größere Schwierigkeiten bereithielt, als das Spielen selbst. Einige Veranstaltungen, auf denen man spielte waren zum Beispiel das Traubenfest in Meran und das Bezirksmusikfest in Seis. 

Da musizieren bekanntlich durstig macht, ist den Musikanten jeder Grund zum Feiern recht, sei es nun die Weihnachtsfeier, das Cäcilia-Essen oder der Namenstag des Obmanns. Da man als sozialer Verein den Rest des Dorfes aber nicht aus den Feiern ausschließen will, organisierte man Veranstaltungen wie den Langen Aperitif, der dieses Jahr einmal in den unteren Lauben und einmal im Innenhof des Steinerhauses stattfand. Auch am Laubenfest beteiligte man sich mit einem Stand und beim Weihnachtsmarkt im Dorf stellte die „Musig“ den Glühweinstand. Natürlich will man sich bei allen Nicht-Mitgliedern, die bei der Durchführung dieser Veranstaltungen geholfen haben, bedanken, was wiederum ein guter Grund zum Feiern ist. Darum spazierten Musikanten und Helfer im Herbst nach Kammerling hinauf, um zu grillen. 

Irgendwoher muss aber auch das Geld für Instrumente und Feiern kommen. Zwar hat die Musikkapelle mit Geli eine clevere Finanzministerin, die alle Ausgaben genau kontrolliert, trotzdem reicht der Ausschank von Glühwein und der Verkauf von Strauben auf dem Laubenfest nicht aus, die Musik über Wasser zu halten. Deshalb ist an dieser Stelle auch ein Dank an alle Sponsoren und Unterstützer angebracht, die die Musik finanziell, mit Naturalien und Räumlichkeiten oder mit ihrer Tatkraft unterstützen. Einen kleinen Beitrag konnten heuer auch alle Einwohner von Neumarkt leisten. Denn wieder einmal war es soweit, dass die Musikanten von Tür zu Tür gezogen sind, und zusammen mit der Einladung zum Frühlingskonzert auch die Bitte um eine kleine Spende ausgesprochen haben. 

Feiern und Essen schlägt bekanntlich auf die Figur und da sich die Kapelle keine Trachten in Übergrößen leisten kann, müssen sich die Musikanten auch sportlich betätigen. Daher bietet die Musikkapelle den Musikanten die Möglichkeit, alle möglichen Sportarten auszuprobieren, sei es nun auf dem Rasen, im Wasser oder auf dem Eis. Dabei zeigte sich, dass die Musikanten für Eissportarten, wie das Eisstockschießen nur mäßig geeignet sind, denn die Teilnahme an der Neumarktner „Herrenschleif“ endete mit einem Debakel. Dafür bewiesen die Musiker ihr Talent im Fußball, denn mit den sicheren Rückhalt des Torwarts Fritz Holzknecht, alias Fallgitter, holten sie sich den ersten Platz im Neumarktner Fußballturnier. Fritz verlor den durch seine Leistungen im Tor erlangten Ruhm aber gleich wieder, als er nämlich den gewonnenen Pokal auf eine Odyssee schickte. 

Auch im Wasser scheinen die Musikanten gut zurecht zu kommen, allerdings waren bei der Sommerolympiade im Lido keine Außenstehenden anwesend, an denen man sich hätte messen können. 

Aber nicht nur um ihre sportliche Figur kümmern sich die Musikanten, sondern auch sonst sind sie sehr um ihr Aussehen bemüht. Besonders hervor tun sich hier die Damen und Mädchen der Musikkapelle, die sich vor jedem wichtigeren Konzert treffen, um sich gegenseitig kunstvolle Frisuren zu flechten. Die Mädels der Musikkapelle schauen aber immer gut aus, egal ob sie jetzt eingezopft und mit vollständiger Tracht erscheinen, oder einfach mal den Trachtenschurz zu Hause lassen. Schlimmer wäre es, wenn jemand die Tracht ganz vergisst, schließlich ist es nicht allen Mitgliedern der Kapelle klar, dass sie bei den Auftritten eine solche anziehen müssen. 

Bei so einem vollen Terminkalender, ermüdet man natürlich schnell. Deshalb ist es wichtig, dass immer wieder frische Mitglieder nachkommen, die neuen Schwung in die Kapelle bringen. Auch heuer konnte man wieder drei neue Mitglieder begrüßen, nämlich Fritz Holzknecht, Hannah Calliari und Nicole Fischer. Die Arbeit mit dem Nachwuchs ist besonders wichtig für das Weiterbestehen der „Musig“ und dabei haben Lisa und all ihre fleißigen Helfer ganze Arbeit geleistet. Denn wieder wurde zusammen mit anderen Kapellen das Jugendkapelllager in Buchholz veranstaltet und mehrere Projekte organisiert. 

Leider wurden nicht nur neue Mitglieder in die Kapelle aufgenommen, sondern auch alte verabschiedet. Nathalie „Nathalia“ Chini ist aus der Kapelle ausgetreten. Lydia und Stefan Baldauf haben bekannt gegeben, seltener mitzuspielen, da sie jetzt in einem weit, weit entfernten Land wohnen. Thomas Facchini hingegen hat eine Pause eingelegt, da er an seiner schulischen Karriere weiterarbeitet. Sie alle waren eine Bereicherung für die Gemeinschaft der Musikkapelle und es ist schade, sie ziehen zu lassen, sie sind aber immer in den Reihen der Musikkapelle willkommen, sollten sie mal wieder zufällig in Neumarkt sein. 

Nicht nur kamen und gingen Mitglieder, auch im Ausschuss der Kapelle hat sich etwas verändert, denn im November fanden Neuwahlen statt. Nach dem Motto „never change a winning team“ waren diese Veränderungen aber nicht so dramatisch. Klaus bleibt weiterhin Obmann, Michele sein Vize und Geli Kassier. Die Breiten Lis tritt ein bisschen kürzer, dafür übernimmt Astrid ihren Platz als Schriftführer. Auch Gustl bleibt im Ausschuss. Fabian, Tine und die Jugendleiterinnen treten aus, dafür kommen Mara und Markus zum Team. Da Geli scheinbar mit den Finanzen der Kapelle nicht genug gefordert ist, übernimmt sie gleich auch noch den Posten als Jugendleiterin. 

Auf jeden Fall können die Ausschussmitglieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Alle Termine wurden eingehalten, und wir hoffen, dass auch der Kalender für nächstes Jahr ebenso gefüllt ist. 

von Philipp Ferrara

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